Wir bringen Bildung in Form

Transferagentur Mitteldeutschland für Kommunales Bildungsmanagement – TransMit

16.09.2019

Neu im Programm „Bildung integriert“: Thüringen

Mit dem Förderprogramm „Bildung integriert“ des Bundes werden Kommunen dabei unterstützt, ein datenbasiertes Bildungsmanagement aufzubauen bzw. weiterzuentwickeln. Im Rahmen dieses Programms nahmen auch in diesem Jahr Bildungsmanager/innen und -monitorer/innen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre Arbeit auf. In einer kleinen Reihe stellen sich die neuen Mitarbeitenden vor – was sie motiviert, welche Erfahrungen sie einbringen, wo sie Herausforderungen sehen und nicht zuletzt, welche Ziele sie sich gesteckt haben. Frau Dr. Katharina Kratky, Bildungsmanagerin und -monitorerin im Landkreis Sömmerda, macht den Anfang.

Was motiviert Sie persönlich für das Aufgabenfeld?

Im Landkreis Sömmerda habe ich die Möglichkeit, auf strategischer Ebene mit wissenschaftlichem Fokus in der Bildungslandschaft Optimierungsprozesse mit den beteiligten Akteuren für die jeweilige Zielgruppe anzustoßen. Eines meiner Ziele ist es, dass die Bildungsplanung bei allen Beteiligten spürbare Entwicklungen vorantreibt. Spannend ist ebenso die Einbettung von Bildung als Querschnittsthema in der Stabsstelle für Integrierte Sozialplanung.

Welche Erfahrungen bringen Sie mit ein?

Als Erziehungswissenschaftlerin begleitet mich das Thema Bildung schon einige Zeit auf unterschiedlichsten Ebenen und in diversen Fragestellungen. Beispielsweise setzte ich mich mit der Hochbegabtenförderung, aber auch mit der Senkung der Schulabbrecherquote in Thüringen sowie der Verbesserung der Berufsorientierung auseinander. Darüber hinaus nahm ich während meiner Promotion den schulischen Umgang mit externer Evaluation als Steuerungs­instrument der Bildungspolitik in den Fokus. Neben diesen Themenschwerpunkten begleite ich ehrenamtlich seit mehr als zehn Jahren die Seniorenbildung und Studierendenförderung als Vorstandsmitglied in der Universitätsgesellschaft Erfurt e.V. Somit konnte ich in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn in vielen Bildungsbereichen Erfahrungen sammeln, was meinem Verständnis von Lernen im Lebenslauf zugute kommt.

Welche Herausforderungen erwarten Sie für Ihre Arbeit?

Eine Herausforderung besteht vor allem in meiner Doppelfunktion im Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring. Hierbei sind beide Aufgabenfelder in allen Prozessen mitzudenken. Prinzipiell sehe ich das Monitoring als Grundlage für das Management. Ersteres muss gerade zu Beginn des Programmstarts in der Sondierung und Analyse verstärkt in den Blick genommen werden, weil alle strategischen und inhaltlichen Prozesse darauf aufbauen. Eine weitere Herausforderung ist die enge zeitliche Planung im Rahmen des Programms „Bildung integriert“. Hier braucht es eine fundierte thematische Fokussierung, um den engen Zeitplan einzuhalten. Aber auch Bildung als Querschnittthema zu sehen, zu leben und zu kommunizieren, ist eine weitere Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Was möchten Sie in den nächsten Jahren gerne erreichen?

Zunächst liegt der Fokus auf der tiefgreifenden Analyse und Optimierung des Übergangs­managements vor allem mit Blick auf den Übergang Schule – Beruf. Hier werden die meisten Brüche im Lebenslauf sichtbar. Ziel ist es, dass die verschiedenen beteiligten Bildungsakteure zu den Handlungsbedarfen ins Gespräch kommen und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Einen weiteren Themenschwerpunkt bilden die Übergangsmöglichkeiten in der weiterführenden Schule. Hier sollen speziell die Schülerinnen und Schüler in den Blick genommen werden, die vom Gymnasium auf die Regelschule wechseln. Dabei stehen die Ursachen sowie die Förderung dieser Zielgruppe im Mittelpunkt der Betrachtung. Darüber hinaus soll eine Gesamtstrategie für Bildung im Lebenslauf entwickelt werden. Damit geht ebenso der Aufbau eines Bildungsmonitorings inklusive der Erstellung einer Bildungsdatenbank einher.

 

Das Interview führte: Eyk Henze