Wir bringen Bildung in Form

Transferagentur Mitteldeutschland für Kommunales Bildungsmanagement – TransMit

08.03.2018

Monitoring als Handlungsgrundlage in Eisenach

Die kreisfreie Stadt Eisenach arbeitet seit dem Jahr 2014 eng mit uns zusammen. Das Ziel haben die zuständigen Personen dabei nie aus den Augen verloren: Eisenach zur Bildungskommune werden zu lassen, in der es sich gut leben lässt. Neben der Verantwortungsübernahme im Bereich Bildung setzt die Verwaltungsspitze um Oberbürgermeisterin Katja Wolf und Sozialdezernent Ingo Wachtmeister vor allem auf soziale Themen. Bildung und Soziales sollen in Eisenach zum Aushängeschild werden und die Kommune künftig positiv von anderen Standorten abheben. Ingo Wachtmeister beschreibt es gegenüber TransMit mit den Worten: „Wir engagieren uns für mehr Bildungs- und Teilhabechancen, erfolgreiche Integration, ein gutes soziales Miteinander und mehr Lebensqualität in der Stadt Eisenach.“ 

Gebündeltes Know - how – Die Stabsstelle „Soziale Stadt“

In diesem Sinne entschied sich die Stadt im Jahr 2016, die Stabsstelle „Soziale Stadt“ zu gründen, die in die Zuständigkeit des Dezernenten Wachtmeister überführt wurde. Leiterin dieser strategisch-wissenschaftlichen Einheit ist Astrid Weimer. Die Stabsstelle besteht aus Mitarbeiterinnen der Bundesprogramme „Bildung integriert“ und „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ sowie zweier Landesprogramme mit dem Fokus Armutsprävention. Die Mitarbeiterinnen setzen Aufträge gemäß der jeweiligen Programmrichtlinien um. Zudem dient die Abteilung der Verwaltungsspitze zur Generierung bildungs- und sozialpolitischer Handlungsgrundlagen. Hierzu erläutert Stabsstellenleiterin Weimer: „Wir arbeiten auf der Grundlage von Zahlen, Daten und Fakten.  Wir möchten auf diese Weise weg von ,gefühlten‘ Problemlagen und hin zu bedarfsgerechten Entscheidungen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger kommen.“

Unsere zuständigen Landeskoordinatoren erarbeitet mit der Kommune regelmäßig neue Arbeitsschritte und begleiten „Bildung integriert“ sowie „Kommunale Koordinierung“ bei der Umsetzung strategischer Aufgaben und Datenanalysen. Besonders interessant ist die Schnittstellenfunktion der Stabsstelle. Auf Wunsch des Dezernenten sollen hier fachbereichsübergreifende Planungsverfahren erprobt und angestoßen werden. Des Weiteren finden in der Stadtverwaltung erstmals Bildungsmonitoring sowie sozialplanerische Ansätze Anwendung.

Übung am Objekt – Vom Monitoring zur Handlung

Wie die Stabsstelle zum Ideenlabor wird, soll folgendes Beispiel verdeutlichen: Anfang des Jahres 2018 herrschte bei einer Beratung unter Beteiligung von TransMit Anspannung. Im Raum stand die Frage, wie ein umfangreicher Bildungs- und Sozialreport für Verantwortliche in der Verwaltung zum praxisrelevanten Instrument werden könne.

Daten und Verwaltung? Wir wussten von Erfahrungen anderer Kommunen, dass es einige Stolpersteine zu vermeiden galt. Wir empfahlen der Stabsstelle, den Report allen Teilnehmenden in einer Amtsleiterklausur vorzustellen. Allerdings nicht in Form einer Präsentation, sondern durch eine Übung am Objekt. Der Vorschlag stieß bei den Mitarbeiterinnen auf Zustimmung. Dementsprechend  wurden die Amtsleiterinnen und Amtsleiter während der Klausur aktiv einbezogen. Sie bekamen ausgewählte Indikatoren vorgestellt, anhand derer sie dann strategische Aussagen und Handlungsempfehlungen für den weiteren Werdegang von Eisenach ableiten sollten.

Außerdem wurde die Frage debattiert, wie sich der Bericht für die tägliche Arbeit nutzen lasse. Das Verfahren stieß auf großes Interesse bei den Beteiligten und führte zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem an sich „trockenen“ Statistikwerk. Schlussendlich bat die Oberbürgermeisterin alle Teilnehmenden, anhand von Kennzahlen Handlungsfelder vorzuschlagen, an denen in Eisenach zeitnah gearbeitet werden soll. So sollen beispielsweise in einem Wohnquartier mit einem hohen Anteil an Alleinerziehenden nun partizipative Maßnahmen Verbesserungen bringen.

Einbeziehung steigert Akzeptanz

Das Vorgehen steigerte die Akzeptanz des Bildungs- und Sozialberichts als nutzbringendes Arbeitsinstrument innerhalb der Verwaltung. So konnte dargestellt werden, wie man Verwaltung für die Arbeit mit den erhobenen Daten  begeistern kann – nämlich anhand von Selbsterfahrung, Nutzenargumenten und sensibler Einbeziehung. In der Stabsstelle stieg die Motivation, der Verwaltung Daten und gute Praxis als Handlungsgrundlage zur Verfügung zu stellen. Der Verwaltungsspitze konnten konkrete Ergebnisse auf Grundlage des Reports präsentiert werden. Nicht zuletzt profitiert die Eisenacher Bevölkerung von einem Rathaus, das in den Bereichen Bildung und Soziales neue Wege einzuschlagen bereit ist und dafür neue Verfahren nutzt.

Autor: Alexander Lorenz