Modellprojekt „Kooperation im kommunalen Bildungsmanagement“ in Sachsen-Anhalt gestartet

Sachsen-Anhalt setzt auf eine stärkere Zusammenarbeit mit den Kommunen im Bereich der kommunalen Bildungsplanung. Dazu initiiert das Land ein dreijähriges Modellprojekt „Kooperation im kommunalen Bildungsmanagement“ mit den drei Kommunen Burgenlandkreis, Landkreis Börde und der Stadt Halle (Saale). Im September 2022 geht es los.

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet

Landrat Martin Stichnoth, Bildungststaatssekretär Frank Diesener, die Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt Halle Katharina Brederlow und Landrat Götz Ulrich unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung.

Bildung findet vor Ort statt. Bildung ist allerdings auch eine Querschnittsaufgabe vieler Akteure, die über ein Geflecht fachgesetzlicher Regelungen und mehr oder weniger formalen Kooperationsbeziehungen miteinander verwoben sind. Neben der horizontalen Kooperation zwischen Bildungsakteuren in einer Kommune, ist daher auch die vertikale Zusammenarbeit zwischen Behörden von Bund, Ländern und Kommunen essentiell. Nur im Zusammenwirken können Verwaltungen aller Ebenen die Rahmenbedingungen für gute Bildungsmöglichkeiten vor Ort schaffen.

Auch das Bildungsministerium und einige Kommunen in Sachsen-Anhalt sahen die Notwendigkeit, sich im Bereich des kommunalen Bildungsmanagements besser aufeinander abzustimmen. Im Koalitionsvertrag des Landes Sachsen-Anhalt 2021– 2026 ist im Absatz „Regionale Vernetzung“ dafür eine stärkere Zusammenarbeit vereinbart.

Dazu sollen die bestehenden Strukturen des datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements genutzt, die Zusammenarbeit über das Bildungsmanagementsystem hinaus ausgeweitet und ein Modellprojekt mit drei Pilot-Kommunen und dem Land initiiert werden. Doch wie kam es zu diesem Schritt? Woran arbeiten die Beteiligten des Modellprojektes und was soll es konkret bewirken?

„Von dem Modellprojekt erhoffen wir uns, dass das kommunale Bildungsmanagement im Land präsenter wird. In den kommunalen Bildungsbüros arbeiten kompetente Partner, deren wertvolles Wissen man nutzen kann.“

[Nora Herrmann, Kommunalberaterin Sachsen-Anhalt der Transferagentur Mitteldeutschland ]

Raum für Austausch gesucht

Im Landesnetzwerk Bildungsmanagement Sachsen-Anhalt tauschten sich Bildungsmanagerinnen und Bildungsmonitorer regelmäßig in einem losen Netzwerk über Fragen ihrer Arbeit aus. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass die kommunalen Aufgaben auch viele Bereiche in der Verantwortung des Landes berühren. Das Bildungsmanagement muss demnach mit einer Vielzahl von Ansprechpersonen in unterschiedlichen Ministerien umgehen.

Um hier einen zentralen Ansprechpartner bereitzustellen, richtete das Bildungsministerium eine halbe Stelle für kommunales Bildungsmanagement im Referat 34 ein. „In unserem regelmäßigen gemeinsamen Treffen mit dem Referat 34 haben wir die Anliegen der Kommunen angesprochen und dann gemeinsam nach einem Weg gesucht, wie wir diese Themen angehen könnten.“ so Norbert Blauig-Schaaf, Kommunalberater für Sachsen-Anhalt der TransMit.

So wurde die Idee des Modellprojektes geboren, in denen die Projektpartner konzentriert an einzelnen Anliegen arbeiten und gleichzeitig Aspekte der Kooperation reflektieren und auf Dauer stellen. Hier geht es zunächst darum herauszufinden, was von beiden Seiten geleistet werden kann, welche weiteren Partner und Wege dabei gefunden werden müssen, um sich dann darauf zu verständigen, wie diese Zusammenarbeit ressourcenschonend verstetigt werden kann.

Dafür werden schrittweise in den verschiedenen Bildungsbereichen Arbeitsgruppen eingerichtet. Ein Begleitgremium behält die Ziele des Modellprojektes im Blick, sichert die Erkenntnisse sichert und trägt sie weiter. In den drei Jahren werden sich die Projektpartner nacheinander den drei Bildungsbereichen Frühkindliche Bildung, Schule und Erwachsenenbildung zuwenden.

Innerhalb diese Bereiche sollen insbesondere die Aspekte der Kooperation, Transparenz und Beteiligung, Datenaustausch und Berichterstattung sowie Gremienwirkung angeschaut werden, um die Zusammenarbeit zu vertiefen und damit effektiver und effizienter zu gestalten. 

Um die Kooperation auf eine gute Basis zu stellen, benennen die Projektpartner wichtige Ansprechpersonen. Im Sinne der Transparenz informieren sich die Beteiligten über geplante Projekte und Fördervorhaben mit Bezug zu Bildung. Außerdem ist geplant, dass die Projektpartner in relevante Gremien der Kommunen und dem Land gegenseitig mitarbeiten, um frühzeitig Informationen und Perspektiven auszutauschen.

Zudem soll im Verlauf des Modellprojekts zwischen dem Land und den Modellkommunen schrittweise definiert werden, in welcher Art, in welchem Umfang und zu welchen Zwecken eine Datenbereitstellung zwischen dem Land und dem Bildungsmanagement der Modellkommunen erfolgen soll.

Kooperation schafft Mehrwert – für alle?

Beide Seiten, Kommunen und Land, erwarten, dass sich die zunächst zusätzlich eingebrachte Zeit für die Zusammenarbeit lohnt und Synergieeffekte sichtbar werden. Das kommunale Bildungsmanagement ist noch recht jung im Vergleich zu anderen Steuerungsinstrumenten, wie den einzelnen kommunalen Fachplanungen. Diese haben oft schon enge Verknüpfungen auf Landesebene.

„Wir bekommen durch die Gremien, Arbeitskreise und den Kontakt mit den Bildungsakteuren vor Ort einen sehr genauen Eindruck wie Förderprogramme ankommen und wo sie funktionieren.“

[Robert Aßmann, Dezernent für Soziales im Burgenlandkreis]

Auch die drei Projektkommunen freuen sich auf die vertiefte Zusammenarbeit. So stellt Robert Assmann, Dezernent für Soziales aus dem Burgenlandkreis fest: „Wir bekommen durch die Gremien und Arbeitskreise und den direkten Kontakt mit den Bildungsakteuren vor Ort einen sehr genauen Eindruck wie Förderprogramme ankommen und wo sie funktionieren. Wir freuen uns diese Erfahrungen nun einbringen zu können.“

In eine ähnliche Richtung stößt auch Henrike Busch, ehemalige Bildungsmanagerin aus dem Landkreis Börde: „Kommunen können wichtigen Input liefern zur Weiterentwicklung bestehender Controllinginstrumente, wie z.B. dem Bildungsmanagementsystem für die Schule (BMS). Wir sind ohnehin durch die Fachplanungen in Austausch mit den Schulen und haben einen guten Einblick, was sie brauchen.“

Michael Gerstner, Bildungsmanager der Stadt Halle (Saale) regt an sich die kommunalen Good Practices anzuschauen und daraus für Landesprogramme zu lernen: „Wir können in der Kommune viel kleinteiliger etwas ausprobieren und schnell anpassen. Wenn etwas erfolgreich ist, könnte man das Konzept und entsprechende Mittel auch für andere Kommunen zur Verfügung stellen. Oder man probiert gleich gemeinsam etwas aus.“

Die Transferagentur Mitteldeutschland wird im Begleitgremium mitarbeiten und die Partner des Modellprojekts fachlich beraten. „Unsere langjährige Erfahrung bei der Gestaltung kommunaler Bildungslandschaften wollen wir einbringen, um dem Land und den Kommunen fachliche Impulse bei ihrer Zusammenarbeit zu geben. Wir verstehen uns als diejenigen, die mit einem Blick von außen zur Reflektion anregen und damit neue Perspektiven ermöglichen.“ so Jenny Richter, Leiterin der Transferagentur Mitteldeutschland.

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg mit unseren Partnern in Sachsen-Anhalt. Wir werden regelmäßig davon berichten und unsere Partner auch hier zu Wort kommen lassen.

Kontakt

Nora Herrmann, Kommunalberatung Sachsen-Anhalt

Tel.: 0341-99392313 E-Mail: nherrmann@dji.de

Mehr zum Thema

Vorstellung Modellprojekt

In seinem Vortrag auf dem Fachforum Sachsen-Anhalt am 16. Juni 2022 stellte Michael Schildener, Leiter Referat 34 im Bildungsministerium Sachen-Anhalt, das Modellprojekt „Kooperation im kommunalen Bildungsmanagement“ vor.

Pressemitteilung

Die Kooperationsvereinbarung zum Modellprojekt „Kommunales Bildungsmanagement“ wurde am 24.08.2022 durch das Land Sachsen-Anhalt und den Modellkommunen in Magdeburg unterzeichnet. Dazu gab das Bildungsministerium Sachsen-Anhalt eine Pressemitteilung heraus.

Koalitionsvertrag Sachsen-Anhalt

Im Koalitionsvertrag des Landes Sachsen-Anhalt 2021– 2026 ist im Absatz „Regionale Vernetzung“ eine stärkere Zusammenarbeit des Landes und der Kommunen im Bereich des kommunalen Bildungsmanagement vereinbart worden.