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Transferagentur Mitteldeutschland für Kommunales Bildungsmanagement – TransMit

12.12.2019

Bilder überwinden Sprachbarrieren in Krippe, Kita und Hort

Soll Bildungs- und Erziehungsarbeit in Krippe, Kindergarten und Hort gelingen, kommt es darauf an, dass Familien und pädagogische Fachkräfte an einem Strang ziehen. Gelingende Kommunikation ist dafür ein Schlüssel. Der Austausch wichtiger Informationen vollzieht sich in der Kita oft „zwischen Tür und Angel“, wenn Erziehungsberechtigte ihre Kinder in die Einrichtung bringen oder diese abholen. Dabei werden sowohl organisatorische Dinge besprochen als auch Hinweise zum Befinden der Kinder gegeben oder Bildungs- und Erziehungsimpulse gesetzt.

Bilder bringen Informationen auf den Punkt

Insbesondere für die Kommunikation mit nicht-deutschsprachigen Familien ist dieser wichtige tägliche Austausch zwischen pädagogischem Personal und Eltern jedoch oft eine Herausforderung. Nur selten kann zur Überwindung sprachlicher Barrieren auf Dolmetscher/innen zurückgegriffen werden. Kommunikationshilfen sind erforderlich, um die Verständigung im Alltag zu erleichtern und Familien nicht-deutschsprachiger Herkunft besser in das Alltagsgeschehen der Kindertageseinrichtung einbeziehen zu können.

Die Dresdner Bildungskoordination für (Neu-)Zugewanderte nahm sich deshalb 2017 dieses Themas an: Gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften aus Kindertageseinrichtungen und dem Amt für Kindertagesbetreuung der Stadt Dresden wurden spezielle Kommunikationsbildkarten, kurz „KommBi“, entwickelt. Die Karten greifen typische Kommunikationsanlässe aus dem Kita-Alltag auf, so etwa zu Öffnungs- und Schließzeiten, zur Eingewöhnung, zu ärztlichen Untersuchungen, Krankheiten und Verletzungen, zum Thema Essen (siehe Abbildung), zu Mitteilungen, Aushängen oder Rückmeldungen der Familien an die Einrichtung.

Die Entwicklung geht weiter

Bereits seit November 2018 können die nach verschiedenen Rubriken sortierten Kommunikationsbildkarten unter www.dresden.de/kommbi eingesehen und nach Bedarf heruntergeladen werden. Die Erarbeitung der Kommunikationshilfe dauerte etwa ein Jahr: Ein erstes Arbeitstreffen mit pädagogischen Fachkräften fand im Oktober 2017 statt. Ein Illustrator fertigte für die einzelnen Bildkarten passgenaue Abbildungen an, die die verschiedenen Inhalte anschaulich auf den Punkt bringen. Neben der bildhaften Darstellung und der deutschen Formulierung für das zu Erläuternde erhielt jede Karte auch Übersetzungen in die Sprachen Englisch, Russisch, Arabisch, Persisch und Tigrinja. Im Gebrauch der Bildkarten kann somit flexibel auf Bild, Übersetzung oder deutsche Aussage zugegriffen werden.

Nun, ein Jahr nach ihrer Einführung, sollen die pädagogischen Fachkräfte Gelegenheit bekommen, Rückmeldung zum bisherigen Einsatz der Bildkarten zu geben: Was hat sich bewährt? Was kann für den praktischen Einsatz noch angepasst oder verbessert werden? Sind möglicherweise neue Themen zu ergänzen? Daniela Glatzer, Dresdner Bildungskoordinatorin für (Neu-)Zugewanderte und zuständig für Frühkindliche Bildung, hat sich vorgenommen, dies gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften der Kindertageseinrichtungen in Dresden zu erörtern und so das Instrument für eine gelingende Kommunikation in Kinderkrippen, Kindergärten und Horten den aktuellen Bedarfen entsprechend fortzuentwickeln.


Text: Dr. Cornelia Leser (TransMit)